Ratgeber Retrofit für Intralogistik

Ratgeber Retrofit für Intralogistik

Ratgeber Retrofit

In unserem Ratgeber Retrofit finden Sie gut strukturiert den bewährten Ablauf eines Intralogistik-Retrofittings.

Sei es die Steigerung der Anlagenleistung, die Optimierung der Verfügbarkeit oder weniger Stillstandszeiten – welches Anliegen Sie auch haben, die Einhaltung des genauen Ablaufs ist wichtig für den Erfolg. Die vier Phasen eines erfolgreichen Retrofits sind: Anlagencheck, Konzeptphase, Pflichtenheft und schließlich die Modernisierung.  Als Experten für die Optimierung bestehender Anlagen helfen wir Ihnen Ihre Ziele zu erreichen.

Dabei ist die Ausgangslage für jeden Betrieb unterschiedlich. Wir helfen Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen – nicht mit Standardlösungen, sondern mit zielorientierten, individuell zugeschnittenen Lösungen.

Ziele für Retrofitmaßnahmen

Bei einem Retrofit gibt es unterschiedliche Ziele, die im Vorfeld genau betrachtet werden müssen. Sie betreiben eine individuell für Sie geplante Anlage – genau so stellt sich das auch beim Retrofit dar – Sie benötigen keine Pauschal-Standard-Modernisierung, sondern ein individuelles Konzept für Ihre Bedürfnisse.

So unterschiedlich wie die unten aufgeführten Ziele – so unterschiedlich sind auch die Modernisierungskonzepte:

  • Sicherstellung, bzw. Verbesserung der Verfügbarkeit

  • Mehr Sicherheit (Betriebssicherheitsverordnung) durch Austauschen veralteter Technik
  • Steigerung der Wirtschaftlichkeit und der Produktivität
  • Energieeinsparung und Effizienzsteigerung durch Energiemanagement

  • Kostenoptimierung

  • Kapazitätserweiterung

  • Rationalisierungsmaßnahmen

  • Optimierung des Materialflusses

  • Verbesserte Kommunikation zwischen den Systemen

  • Aktualisierung der Dokumentation

Was dürfen Sie von uns erwarten?

  • Eine auf Sie zugeschnittene Bedarfsanalyse

  • Ein Expertenteam mit viel Erfahrung

  • Eine individuelle Lösung für Sie

  • Kostenoptimierung durch bedarfsgerechte Materialwahl (kein Rundumschlag, bei dem einfach mal alles ausgetauscht wird)

  • Umbau mit minimierter Stillstandszeit

  • Stufenweise Realisierung

I. Bedarfsanalyse und Anlagencheck

Die Überlegungen für eine Modernisierung müssen 2 wesentliche Elemente berücksichtigen:

  1. Zielfindung – Was ist der tatsächliche Bedarf? Warum wollen/müssen Sie die Anlage modernisieren?
  2. Anlagencheck – Welchen Zustand hat die bestehende Anlage? Was für Bauteile sind verbaut? Welche Risiken stecken in der Anlage? Gibt es tickende Zeitbomben – oder haben wir gar Leichen im Keller?

Sie möchten für die Zukunft sicher sein, dass Ihre Anlage gut läuft, und weitere 10 – 20 Jahre funktioniert. In der Phase 1 müssen Sie die Richtung vorgeben – deshalb ist die Zielfindung ein elementarer Baustein für die spätere Modernisierungsstrategie.

Zielfindung – welche Ziele verfolgen Sie mit der Modernisierung?

Die Zielfindung ist entscheidend für den weiteren Verlauf der Modernisierungsmaßnahme. Ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der weiteren Überlegungen. Mittels einer klar strukturierten Problemanalyse kann Ihr Engpass lokalisiert werden.

Nur eine Modernisierung, die auf Ihre Bedürfnisse und Ihre Anlage zugeschnitten ist, wird Sie dauerhaft zufrieden stellen.

Auswertung – Ihre Ziele beim Retrofit

Anlagencheck

Ein Technik-Retrofit in der Lagerlogistik verursacht zuerst Kosten, deren Nutzen nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Mittelfristig zahlt sich eine Steuerungsmodernisierung aber immer durch weniger Stillstandszeiten und höhere Anlagenverfügbarkeit aus. Meistens kann der Durchsatz erhöht und die Produktivität gesteigert werden.

Ein sorgfältiger Anlagencheck ist der Grundbaustein für eine erfolgreiche Modernisierungsmaßnahme. Ihr Anlagen-Retrofit darf nicht als pauschales Standard-Konzept umgesetzt werden, ohne auf die individuellen Gegebenheiten einzugehen.  Dadurch entstehen unnötige Kosten, die keinen echten Nutzen bringen.

So läuft der Anlagencheck ab
Anlagencheck

Schwerpunkte des Anlagenchecks:

  • Eingesetzte Baugruppen analysieren und das Ausfallrisiko, bzw. die mögliche Stillstandszeit bewerten

    • Verfügbare Baugruppen
    • Nicht verfügbare, aber einfach ersetzbare Baugruppen
      (z. B. Lichtschranken, Antriebe, etc.)
    • Nicht verfügbare und schwer ersetzbare Baugruppen
      (Feldbus, Schnittstellen, Betriebssysteme, etc.)
  • Schnittstellen zwischen einzelnen Gewerken prüfen und Nachhaltigkeit bewerten
  • Gibt es Anlagengewerke, die von einzelnen Personen abhängig sind?
  • Sammeln aller notwendigen und vorhandenen Dokumentationen
  • Gegebenenfalls Gefährdungsbeurteilung der Bestandsanlage
  • Bewertung des Ausfallrisikos in Bezug auf Ausfallrisiko und mögliche Ausfallzeit
Bewertung des Ausfallrisikos
So läuft der Anlagencheck ab

II. Konzeptphase

Unter Berücksichtigung der Ziele und der vorhandenen Anlagentechnik kann ein auf Sie und Ihre Technik zugeschnittenes Modernisierungskonzept entwickelt werden.

In dieses Konzept sollte Ihre Kostensituation einbezogen werden. Nur Sie können beantworten, was Sie ein Tag Anlagenstillstand kostet. Der Fachmann kann beurteilen, welche Kosten für Wochenendzuschläge und Notfallszenarien entstehen. Diese beiden Faktoren müssen berücksichtigt werden.

In der Modernisierung können verschiedene Prioritäten gesetzt werden:

  1. Kostenoptimiert realisieren
    • Verwendung möglichst vieler Bauteile aus dem Bestand
    • Alternativ möglichst viele elektrischen Bauteile austauschen, um lange Ersatzteilverfügbarkeit sicherzustellen
  2. Möglichst ohne Anlagenstillstand realisieren
    1. Keine Ausfallzeiten
    2. Sicherheit (Ein Rückschritt ist jederzeit möglich)
  3. Realisierung innerhalb eines geplanten Anlagenstillstandes (Betriebsferien)

Unterschiedliche Ziele, bzw. unterschiedliche Realisierungsoptionen bestimmen das Realisierungskonzept.

Wenn es geplante Stillstandszeiten gibt, können in diesen Zeiträumen Konzepte ohne „Netz und doppelten Boden“ umgesetzt werden. Das bedeutet, dass hier kostengünstiger realisiert werden kann.

Wenn der Umbau nur an Wochenenden erfolgen kann, dann muss jeder Schritt so geplant werden, dass Sonntag Spätnachmittag entschieden werden kann, ob die Änderung „scharf geschaltet wird“ – oder ob die Anlage wieder in den vorherigen Stand zurückversetzt wird.

Realisierungsbeispiel für ein Retrofit an Wochenenden

Ziele in diesem Fall:

  • Es sollen alle Antriebe in der Anlage ausgetauscht werden.

  • Eine neue Visualisierung soll die alte Visualisierung ersetzen, da es dafür keinen Support mehr gab.

  • Möglichst wenig Anlagenstillstände.

Konzeption

  • Zuerst wird die Visualisierung der vorhandenen SIMATIC S5 analysiert und eine neue Schnittstelle geschaffen.

  • Dann wird die S7 eingebaut und alle Sensoren und Aktoren durchgeschleift.

  • Dann werden einzelne Antriebe getauscht und über die neue S7 gesteuert. So entsteht ein Mischbetrieb.

  • Am Ende wird die alte S5 ausgebaut.

Grobkonzept Modernisierung

Ihre Mitarbeiter

Beziehen Sie die Mitarbeiter, Anlagenbediener und auch die Instandhaltung frühzeitig in die Planung mit ein. Nutzen Sie die vorhandenen Anlagenkenntnisse und die Erfahrung, die Ihr Team mit der Anlage hat.

Sie profitieren durch:

  • Akzeptanz der Maßnahme
  • Know-how in der Bedienung
  • Tipps zur Optimierung von Abläufen
  • Mehr Motivation im Team

Manchmal ist der Tipp eines erfahrenen Mitarbeiters viel wert.

III. Pflichtenheftphase

Nachdem das Konzept steht, werden die Ziele der Modernisierung, die Gegebenheiten vor Ort, das Konzept sowie Ihre Ideen und Anforderungen im Pflichtenheft zusammengefasst. Besonders das anlagenspezifische Know-how, über das nur Sie verfügen, muss in das Pflichtenheft eingepflegt werden.

Funktion

Gemeinsam beobachten wir die Anlage und besprechen vorhandene Abläufe und ggf. auch notwendige Optimierungen.

  • Besprechung der aktuellen Funktion.

  • Ggf. funktionale Änderungen besprechen.
  • Ggf. zusätzliche Fördertechnik einbeziehen.

Schnittstellen

Alle Schnittstellen zu anderen Gewerken müssen überprüft und vorab getestet werden. Die Schnittstellendokumentationen sind Teil des Pflichtenheftes – gegebenenfalls müssen die Schnittstellen vorher anhand eines Mitschnitts des Datenaustauschs neu dokumentiert werden.

Terminplan

Der Terminplan muss genau mit den saisonalen Gegebenheiten Ihres Betriebs abgestimmt werden. Es sollte kein Umbauschritt in der Hauptsaison erfolgen.

Terminplan Retrofit

IV. Umsetzung

Überlassen Sie Ihre Anlagenverfügbarkeit nicht dem Zufall! Das bedeutet einerseits, dass der Terminplan und die geplanten Modernisierungsschritte eingehalten werden müssen. Andererseits bedeutet das, dass kein Schritt gemacht werden soll, wenn einzelne Komponenten nicht vorhanden sind oder Rahmenbedingungen nicht geschaffen werden können. Hier muss jederzeit der Spagat zwischen Plantreue und Flexibilität möglich sein.

Richtige Reihenfolge der Modernisierung

Richtige Reihenfolge der Modernisierung

Test aller Funktionen

Test aller Funktionen des Anlagenbestands im Zusammenspiel mit der neu eingeführten Technik

Test aller Funktionen des Anlagenbestands

Go Live

Go Live Retrofit
  • Zeitraum optimal planen
    Nach Möglichkeit in Zeiten mit weniger Lagerbewegungen

  • Wiederanlaufszenario
    Die ersten Stunden mit der modernisierten Anlage verlaufen erfahrungsgemäß etwas holprig. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter mit den besten Anlagenkenntnissen dabei sind.

  • Schulung
    Schon vor dem Go-Live-Termin sollten die Mitarbeiter geschult werden.
  • Dokumentation
Starten Sie mit dem Anlagencheck!

Ihr Ansprechpartner

Manfred Schlosser
Geschäftsführer – Kfm. Bereich
Telefon: +49 (0) 7081 9559-10
E-Mail: m.schlosser@thepas.de

Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen.

Freundliche Grüße aus dem Schwarzwald,
Manfred Schlosser

Tipp:
Nutzen Sie unsere kompakten Anlagenchecks:

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Retrofit Anlagencheck
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Überlassen Sie Ihre Anlagenverfügbarkeit nicht dem Zufall!